Vor der Reise

3 Monate vor der Reise – noch 90 Tage bis zum Start

Die Jobs und das WG-Zimmer sind gekündigt, die Möbel fast alle verkauft, die persönlichen Überbleibsel in Kisten verstaut. Auch die neuen Reisepässe sind abholbereit und der Busausbau befindet sich in den letzten Zügen. Man sollte meinen, ich könnte entspannt dem Starttermin entgegen fiebern.

Doch irgendwie fühle ich mich immer noch unruhig. Das wird sich wohl erst dann ändern, wenn auch wirklich das letzte Häkchen auf meiner Liste gesetzt ist. Gedanken, wie „Was ist, wenn uns das Reiseleben weniger gut gefällt, als erwartet?“ oder „Kriegen wir es hin, uns einen Alltag zu schaffen, ohne uns schon nach vier Wochen auf unseren 6m² auf die Nerven zu gehen?“ tun ihr Übriges.

Aber zum Glück gibt es da ja auch noch Christian, der dem ganzen völlig entspannt entgegen sieht und mir jedes Mal ein gutes Gefühl gibt, genau das richtige zu tun. Und schlussendlich überwiegt immer wieder die Vorfreude…

 

Der letzte Arbeitstag – noch 17 Tage bis zum Start

11 Uhr Vormittags. Ich trete durch die Tür nach draussen. Für einen Augenblick muss ich stehen bleiben, das grelle Sonnenlicht lässt mich unweigerlich blinzeln. Und auf einmal ist es wieder da: Das Gefühl des letzten Schultags vor den großen Sommerferien. Die Gewissheit, die Schultasche für die nächsten Wochen getrost in einer Ecke links liegen lassen zu können, die heißen, schwülen Tage im Gras dösend vorüber ziehen zu lassen und nichts anderes zu tun, als das, wonach einem gerade ist. Und wenn es nichts weiter ist, als das Nichts-Tun zu genießen. Und dieses unbeschreibliche Gefühl, dieser eine Sommer würde nie enden.

Für eine Weile genieße ich den Moment noch, bevor ich meine Sonnenbrille aufsetze, die Tasche ein letztes Mal über die Schulter hänge und mich mit breitem Grinsen und Kribbeln im Bauch auf den Heimweg mache.